Vita
- Geboren in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), kurz nach deren Gründung. - Kindheit in einer Kleinstadt in Sachsen . - Nach dem Besuch einer Polytechnischen Oberschule, die bis 1961 stolz den Namen des Diktators J.W. Stalin trug, Fotografenlehre. - Schon der Riemann-Großvater und der Vater waren “Lichtbildner”. - Schüler des Leisniger Malers und Grafikers Karl Wagler (1887-1975). Später enger Freund und Erbe des kulturpolitisch von der DDR geächteten Mannes (Ausschluss des Künstlers aus dem Künstlerverband). - Werksfotograf im Braunkohlenkraftwerk Boxberg/Lausitz, in einem der größten Volkseigenen Betriebe (VEB) des seit 1961 perfekt ummauerten Landes DDR. Hier massive Anwerbeversuche durch den Geheimdienst. Der Fotograf sollte der Staatssicherheit (Stasi) als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) dienen. Nach längerem Hinhalten Selbstenttarnung durch Dekonspiration (Die Geschichte ist in dem Buch “Die Schuld der Mitläufer” nachzulesen). - Abschluss als Fotografenmeister und schließlich, nach mehreren Fotografie-Preisen, in die “sozialistische Hauptstadt Berlin” gerufener Architekturfotograf bei der Deutschen Bauakademie. - Nach Heirat einer Fotografenmeisterin Mitarbeit im renommierten Portraitstudio-Wähner der Ehefrau in der Ostberliner Friedrichstraße. Nach dem Zusammenbruch der DDR sagt die Stasi-Akte aus, dass “bei dem durch R. betriebenen Fotogeschäft” auf Grund der “umfangreichen Kontakte des R. in das NSW (nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet)” ein “gegnerischer Stützpunkt/Deckadresse” des Westens vermutet wurde. - Externes Kunsthochschulstudium in Leipzig. Diplom mit einer Arbeit über geistig behinderte Menschen (in einer kirchlichen Einrichtung). - Nach Kandidatenzeit Mitglied im einst elitären Verband Bildender Künstler (VBK der DDR). - Als “staatlich zugelassener” Freiberufler vor allem Arbeit für Verlage, vornehmlich der Kunst und der Kunstgeschichte dienend. - Ausstellungen und Bücher folgen, auch Bücher ohne Auftrag (z.B. der Bildband “Was für eine Insel in was für einem Meer” mit einem Essay des in der Bevölkerung der DDR wegen seines dissidenten Verhaltens hochgeachteten Schriftstellers Franz Fühmann). Und es folgt Ärger mit dem ungeliebten Regime... - Antrag auf ständige Ausreise nach Westberlin und auf Entlassung aus der Staatsbürgerschaft der DDR. - Mit Beginn der Antragstellung heimliche Arbeit an einem Ausreisetagebuch (Text und Fotografie). - Nach fast vier Jahren “Wartezeit” (Januar 1986 bis September 1989), erst kurz vor der “Wende”, Übersiedlung in den freien Teil Deutschlands. - Verbunden mit mehreren der Brotarbeit nacheilenden Umzügen verliert sich die Spur des Fotografen vorerst für einige Jahre im Südwesten eines inzwischen wiedervereinten Deutschlands. - Feste Ansiedlung in Mosbach bei Heidelberg. Arbeit an neuen Projekten. - Es erscheint der Panoramabildband “Spaziergänge um Mosbach” im Heidelberger Verlag Edition Braus. - Das “Tagebuch einer Ausreise” wird bei dem Göttinger Verlag Vandenhoeck und Ruprecht veröffentlicht. - Als exemplarisches Dokument einer Emigration von Deutschland nach Deutschland fand und findet das Tagebuch auch in den Medien Interesse, neben Printveröffentlichungen (u.a. in der ZEIT und in ZEIT-Geschichte) gibt es mehrere Rundfunksendungen und beim japanischen Fernsehen (NHK) einen Dokumentarfilm. Im WDR-Fernsehen, in der Talk-Runde “west.art am Sonntag”, wird der Fotograf mit seinen Tagebuchbildern vorgestellt. - Unter der Überschrift “Fotografien aus der DDR - Die Sicht von Dietmar Riemann” wird an der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität eine kunsthistorische Magisterarbeit (MA) vorgelegt. - Die Originaltagebücher und DDR Fotos spielen in einer Ausstellung der deutschen Kommunikationsmuseen, die unter dem Titel “@bsolut privat!? - Vom Tagebuch zum Weblog” läuft und von Frankfurt am Main über Nürnberg und Berlin wandert, eine herausgehobene Rolle. - Beim Münchener Pantheon Verlag erscheint das Buch “Die Schuld der Mitläufer - Anpassen oder Widerstehen in der DDR” (Hg. Roman Grafe). In dieser Anthologie ist neben Biermann, Grafe, Loest, Corino, Krawczyk, Rathenow, Klier u.a. auch Riemann vertreten. - Die Wochenzeitung DIE ZEIT schreibt in einem zweiten ausführlichen Beitrag zu Riemanns Ausreise-Geschichte unter der Überschrift “Die Vorhut” im Feuilleton einen Artikel zur historischen Bedeutung von Flucht und Ausreise aus der DDR.
Bücher (Auswahl)








Henschelverlag Berlin 1985
Henschelverlag Berlin 1986
Evangelische Verlagsanstalt Berlin 1987
Henschelverlag Berlin 1987 Auszeichnung als schönstes Buch des Jahres 1987
Iwanami Shoten Publishers Tokyo 1987
Hinstorff Verlag Rostock 1986
Nicolai Verlag Berlin 1989 mit einem Beitrag aus dem (eigenständigen) Buchprojekt “Museum im Verborgenen”, Text und Fotografien über die Stahnsdorfer Friedhöfe
Edition Braus Heidelberg 1996
Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 2005




Claassen Verlag Düsseldorf 1982 mit einer Fotoserie über geistig Behinderte bei der Betrachtung von Grieshabers Totentanz
Michigan Press USA 2007 mit einem Kapitel zu den Behindertenfotos im “Insel”-Buch
Edition Braus Heidelberg 2008 mit einem mehrseitigen Beitrag über das Ausreise-Tagebuch und seine Fotografien




Verein Missionarisch Berlin 1997 Katalog einer Wanderausstellung Portraits und Grabstätten
Bauer Studios Ludwigsburg 2002 Booklet mit zwei Fotoserien über den abgerissenen Mosbacher Bahnhof, sowie über die Bigband
Deutsches Tagebucharchiv Emmendingen 2008 Ausstellungskatalog mit Hör-CD jeweils mit einem Beitrag zum Ausreisetagebuch
Pantheon Verlag München 2009 Anthologie mit einer Stasi-Geschichte und Fotografien
Einzelausstellungen und Austellungsbeteiligungen (Auswahl) zum Thema DDR seit 2005
Mosbach/Baden 2005 Sparkasse Hauptfiliale “DDR - Bilder einer verschwundenen Republik”
Internet-Bildergalerie der Wochenzeitschrift DIE ZEIT seit 2005 Tagebuch-Bilder www.zeit.de/bildergalerie/tagebuch
Frankfurt/Oder 2006 Kleist-Museum “Franz Fühmann in Fürstenwalde”
Berlin 2006 Galerie des Zentrums für Kunst und Kultur “Brotfabrik” “Dietmar Riemann - RÜCKBLENDE - Fotografien aus der DDR 1979 bis 1989 (neben anderen Bildern aus Buchveröffentlichungen Wiederholung einer 1986 aus politischen Gründen zwangsabgebauten Ausstellung mit Fotografien Geistig Behinderter)
Berlin 2007 Nikolai-Kirche (Spandau) “Den Tod bedenken - Die Fülle des Lebens erfahren” Wanderausstellung seit 1996, viele weitere Orte
Meissen 2007 St.Afra (Sächsisches Hochbegabtengymnasium) “DDR - Bilder einer verschwundenen Republik”
Fürstenwalde/Spree 2008 Kulturfabrik “Geistig behinderte Menschen im Gespräch mit Franz Fühmann über den Baseler Totentanz von HAP Grieshaber” Wanderausstellung seit 2008, weitere Orte: u.a Berlin ZOAR-Kirche
Emmendingen 2008 Neues Rathaus “Lebensspuren - Tagebücher von Menschen in ihrer Zeit” Wanderausstellung 2008-2009 weitere Orte: Konstanz (Kulturzentrum Wessenberg), Karlsruhe (Prinz-Max-Palais), Ebersbach/Flins (Stadtmuseum “Alte Post”), Schwäbisch Hall (Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen), Freiburg/Breisgau (Sparkasse Hauptfiliale)
Frankfurt/Main 2008 Kommunikationsmuseum “@bsolut privat!? - Vom Tagebuch zum Weblog” Wanderausstellung 2008-2009 weitere Orte: Nürnberg (Kommunikationsmuseum), Berlin (Kommunikationsmuseum)
Neustadt/Weinstraße 2009 Hambacher Schloß Projektion von Tagebuch-Bildern zum Demokratie-Forum “20 Jahre Mauerfall”
Bodelshausen 2009 Kultur-Forum “DDR - Bilder einer verschwundenen Republik”
Enschede (Niederlande) 2009-2010 Museum Twentse Welle “DDR - Impressionen einer verschwundenen Republik”
Damaskus (Syrien) 2010 Goethe-Institut “DDR - Bilder einer verschwundenen Republik”

www.DDR-fotografie-riemann.de